Unsere Geschichte

Über 500 Jahre Gastlichkeit
in Marloffstein
Manche Orte entstehen zufällig. Andere werden geschaffen, damit Menschen zusammenkommen. Der "Alte Brunnen" in Marloffstein gehört zur zweiten Kategorie.
Seit mehr als fünf Jahrhunderten wird hier bewirtet, gefeiert, diskutiert und gelebt - lange bevor der Ort seinen heutigen Namen trug und lange bevor die Familie Striegel Teil dieser Geschichte wurde.

Ein Wirtshaus mit Geschichte seit 1490
Bereits im 12. Jahrhundert entstand in der Vorburg von Marloffstein ein kleiner Straßenmarkt an der damaligen Durchgangsstraße. Die Lage war bewusst gewählt: Reisende, Händler und Dorfbewohner trafen hier aufeinander. Eine Schenkstatt mit Hospiz gehörte von Anfang an dazu - Gastlichkeit war also kein Zufall, sondern Teil der Planung.
Im Jahr 1490 wurde die Schankstätte erstmals urkundlich erwähnt. Der Bischof vergab die sogenannte Erbschenkstatt - das heutige Anwesen am heutigen Alten Brunnen 4 - als Zinslehen. Mit Haus, Feldern und Schankreicht begann eine nachweisliche Wirtshaustradition, die bis heute anhält.
Zwischen Konkurrenz, Kriegen und Neubeginn
Schon früh zeigte sich, welche Bedeutung ein Wirtshaus im Dorf hatte. 1585 entstand zwischen Burg und Wunderburg eine konkurrierende Brau- und Gaststätte. Streitigkeiten eskalierten sogar so weit, dass bewaffnete Männer ein Wirtshaus stürmten und Bier- und Weinfässer zerstörten - ein eindrucksvolles Zeichen dafür, wie wertvoll das Schankrecht damals war.
Kriege und Zerstörungen hinterließen ebenfalls Spuren. Vermutlich gehörte die Schenkstatt zu den stark beschädigten Gebäuden während der Markgrafenkriege. Dennoch wurde der Betrieb immer wieder aufgenommen. Generationen wechselten, doch der Ort blieb ein Platz der Begegnung.
Der Brunnen gibt dem Platz seinem Namen
Ein entscheidender Moment folgte 1731: Dorfschultheiß Johann Regenfuß erneuerte den Brunnen, der zu den umliegenden Höfen gehörte. Dieser Brunnen prägt den Platz bis heute - und gab ihm schließlich seinen Namen: "Am Alten Brunnen".
Das Wirtshaus war längst mehr als eine Gaststätte. Hier wurde gefeiert, beraten und Gemeinschaft gelebt.


Die Familie Striegel kommt nach Marloffstein
Mit dem Ende des 19. Jahrhunderts begann ein neues Kapitel. 1892 heiratete Johann Striegel, dessen Familie ursprünglich aus Bräuningshof stammt und über Adlitz nach Marloffstein kam, in die örtliche Gastronomie ein.
Der entscheidende Schritt folgte 1910: Johann Striegel erwarb die Gastwirtschaft Am Alten Brunnen 4 samt Schankkonzession. Seit diesem Zeitpunkt ist der Name Striegel untrennbar mit diesem Ort verbunden. Landwirtschaft und Wirtshaus wurden gemeinsam betrieben – ganz im Sinne der fränkischen Wirtshaustradition.
Wandel und Weiterentwicklung
Die Geschichte blieb in Bewegung.
1966 erbaute Fritz Striegel, der Sohn Johanns, an Stelle eines erworbenen Bauernhofs das Hotel-Restaurant „Alter Brunnen“, ein Zeichen dafür, dass Tradition und Weiterentwicklung zusammengehören.
1985 übernahm sein Sohn Fritz Striegel ("Fritz, der Zweite"), den Betrieb und führte die gastronomische Linie der Familie weiter.
In der Kirchweihnacht 2005 zerstörte ein Brand die historische Erbschenkstatt. Ein schwerer Einschnitt für das Gebäude und den Ort. Doch die Geschichte endet nicht dort.
2007 wurde das Haus wieder eröffnet - als "Zum Striegelwirt" dient es heute vor allem als Veranstaltungsort für Familienfeiern. Ein Neubeginn, der Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbindet.

Ein Ort, der bleibt
Heute, rund 800 Jahre nach der Anlage des Dorfplatzes, stehen der „Alte Brunnen“ und der „Striegelwirt“ weiterhin im Zentrum Marloffsteins.
Was sich verändert hat, sind Generationen, Gebäude und Zeiten.
Was geblieben ist, ist die Idee dahinter: Ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen.
Und eine Geschichte, die jeden Tag weitergeschrieben wird.
Quellen: alle Inhalte mit freundlicher Genehmigung von Herrn Reinhold Lindner.
